Viktor Eduard Prieb - Literatur
Poesie

Nicht in meinem im Jahre 2017 verlegten poetischen Sammelband
„Was gereimt werden muss“ (143 Seiten) ISBN 978-620-2-44365-4

Über Ruinene
(in Metrum des vierhebigen Jambus)

2010 - 2021, Berlin

Bekanntlich ‘st traurig Bild Ruinen
Von da gewesenen Gebäuden,
In denen herrschte mal Routine
Von Generationen Leuten!

Dann werden wir gleich neidisch reichlich
Auf Reichtum altertümlich‘ Zeiten,
Auf Ruhm und Geist gefallner Reiche
Im Lichte der Ruinen-Leuchten!

Man muss nicht weinen an Ruinen -
Sie hatt‘n erlebt doch ihre Blüte
Mit allen Leidenschaften drinnen
Voll Liebe, streitige Gemüter!

Ruinen kommen von Bewegung
Als die Vergänglichkeit des Strebens,
Wo seit Geburt ist Tod zugegen,
Vergessenheitsmoment ’st das Leben!

Viel trauriger ist andre Stelle,
Wo ein unfertiges Objekt
Steht wie Ruine ohne Seele –
Ein fehlgeschlagenes Projekt!

Die Hoffnung aus Stahl im Chaos
Schoss gegen Himmel wie ein Traum,
Erstarrte dann wie Minotaurus,
Wie Kreuz verrostetes im Raum!

Hier war das Leben, viel Anstrengung,
Errichtenden das Stahlgeripp‘…
Doch was hat dies gebracht zur Sprengung,
Od‘ wessen mörderischer Trieb?

Jetzt steht es ohne Dach und Wände
Im blauen Himmel leer und fern,
Bedeckt von Wolken oben ständig,
Gekrönt in Dunkelheit vom Stern!

Es steht jetzt da wie eine Warnung,
Gescheitert‘ Hoffnungen Geleit,
Sinnloser Crash und kein Erbarmen,
Erstarrte Leiche, ohne Kleid...

Am besten Liebe ist in Seelen –
Nicht von Ruinensicht Verdruss,
In der wir gegenseitig quälen
Durch Missverständnisse nicht uns!

Durch kein Verständnis dieses Glückes,
Das trifft nicht jeder unentwegt,
Das kann im Nu uns zeigen Rücken,
Und gehn von uns für immer weg!

Schätzt die Vergänglichkeit des Lebens
Versteht Ruinenwichtigkeit!
Der „Liebe-Bau“ ist nie ein Streben,
Das ist ein Nu in Ewigkeit!

* * *

Mein poetischer Sammelband
"Was gereimt werden muss".


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