Viktor Eduard Prieb - Literatur
Poesie

Der Aufruf
(In Metrum des vierhebigen Jambus)

November 2007

Ich bin immer derselbe -
Habe keinen im Rücken...
Nur unstillbare Seele,
Sechzig fast auf dem Buckel!


Die Jugendzeit haut' längst schon ab...
Die Träume werden immer blasser,
Verdrängt durch andere: vom Grab,
Vom Gott, vom Tod, von der Sackgasse...

Die Jahre leeren meinen Schoß,
Die Draufgesessenen sind fort...
Bleibt eingeschlossen hinterm Schloss
Die Leidenschaft - sie wird zum Spott!

Nur stirbt sie, leider, als die Letzte
Und weckt vorm Sterben Fantasie:
Von junger Liebe kleinem Fetzchen,
Von alt und jung in Harmonie...

In einem Hauch der alten Stärke -
Zu junger Häute feinem Duft...
Zum letzten Mal raus aus dem Kerker -
In die von Jungfräulichkeit Luft!

Es ist verpönt zwar, aber möglich!
Und jeder weiß das, aber lügt,
Indem er träumt davon fast täglich,
Die And'ren aber stets verflucht!

Ich bin ja auch im Alter besser:
Voll Weisheit, Sicherheit und Kraft!
Ich kenne Poesie-Gewässer
Und kann auch fein sein wie ein Graf!

Na dann! Worauf noch wir warten?
Herausfordert junge Göttin!
Reißt nieder Tore Eden-Gartens,
Beendet Spott und das Vertrotteln!

* * *

Aus meinem poetischen Sammelband
"Was gereimt werden muss".


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