Viktor Eduard Prieb - Literatur
Poesie

An der Schwelle
Das russische Original
(In Metrum des vierhebigen Jambus)

November 2013

Das Grün des alten Birkensommers
Schlägt goldig vor die Füße nieder.
Bereits verstummte Vögleinstrommel,
Die Todesangst trübt alles wieder.

Wie Feuervogel blüht auf Park.
Das Wasser ruht betrübt im Teich,
Darunter Laub, Jahrzehnte stark,
Darüber schwebt der Nebel leicht...

Kaum sichtbar ist die Uferrundung,
Vertuscht schön durch die Spiegelbilder,
Und Schatten voriger Jahrhundert'
Erregen unsere Einbildung!

Verbeugend uns vorm Wunderschein,
Vor dem Altar des Naturtempels
Mit Wänden wie die aus Bernstein,
Sehn wir daran den Gottes Stempel!

Und wir begreifen Gottesgabe
In uns, in Schönheit aller Leben,
Und glauben - nicht vom Hörensagen -
An Gottes Geist, mit dem wir leben!

Der kann es doch nicht - Entropie-Chaos,
Erschaffen so ein himmlisch' Wunder
Durch Krümmung Zeit und Raum. Nicht der war's,
Der Schöpfer schwarzer Löcher-Wunden!

Und würden wir - um Gottes Willen! -
An Gott nicht glauben doch bisher,
So hätt' Natur, an dieser Schwelle,
Uns vorgeführt unseren Herrn!

* * *


Herbst

Schlosspark Charlottenburg, Luiseninsel, Berlin, 2011. Foto von Maria Prieb.


Из моего поэтического сборника
"«У порога»"

Все мои литературные манускрипты
(pdf-дигитальскрипты)