Viktor Eduard Prieb - Literatur
- Publizistik

Der Putins absurde Krieg gegen die Ukraine: Goliath gegen David?
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( Die Hymne und die Kurzgeschichte der Ukraine )

"Niemand hat die Absicht, ..." - diese zu Redewendung gewordene Ankündigung von Ulbricht kennt die ganze Welt und vor allem die Deutschen, die deren Wahrheitsgehalt so schmerzhaft erfahren mussten. Man will trotzdem solchen wohltuenden Absichten sehr gerne glauben. Auch dann, wenn Putin diese mit seinem satanischen Sarkasmus verkündete, bis auf die Zähne bewaffnet von drei Himmelsrichtungen an der ukrainischen Grenze stehend.

Niemand wollte den geheimdienstlichen Ankündigungen der USA über den ziemlich genauen Termin des Angriffsbeginns Glauben schenken. „Wir sind seit gestern im Krieg!“ – spottete der ZDF-Kabarettist noch am 17. Februar über den von CIA verkündeten Angriffstermin am 16. Februar, auf die Zuverlässigkeit der CIA-Informationen im Irak-Krieg hindeutend. Putin unterstützte diesen Spott mit dem berühmten „Niemand hat die Absicht, ...“ – belog Putin die friedliche Welt auf die geübte Weise weiter und er verlegte den von CIA verkündete Angriffstermin auf den Tag gleich nach dem in der UdSSR und Russland beliebten Feiertag der Gründung der Roten Armee am 23. Februar.

Putin scheint Hitlers Kriegspolitik und -führung noch vor der Annektieren der Krim tüchtig studiert und zum Vorbild genommen zu haben. Er begann seinen zum Blitzkrieg erklärten Angriff mit dem Bombardieren von Kiew um 4 Uhr morgens früh wie sein großer Meister am 22. Juni 1941.

Ich bin sicher, dass Putin mit seinem arroganten und beleidigenden Aufruf an die ukrainischen Soldaten: „Wir wollen sie nicht töten, legen sie ihre Waffen nieder und gehen sie zu ihren Familien nach Hause!“ die Bereitschaft der Ukrainer gegen die russischen Invasoren zu kämpfen, nochmals mächtig verstärkt hat. Die Bereitschaft, die er seit 2014 mit seiner aggressiven Ukraine-Politik erst richtig aufgebaut hatte.

In seiner kriminellen und beleidigenden Arroganz nach seinen Erfolgen auf der Krim und in Donbass mit der „russischen Karte“ wollte er die von ihm selbst verursachten realen Veränderungen in der Mentalität der ukrainischen Bevölkerung nicht sehen bzw. in seinen Kriegsplänen nicht berücksichtigen. Und er hat sogleich auf die Fresse gekriegt, und zwar nicht nur militärisch, sondern auch in Sachen Moral, Freiheit und Demokratie.

In seinem verlogenen Selbstsuchtrausch als Befreier des ukrainischen Volkes von einer drogensüchtigen nazistisch-faschistischen Bande hat er die Stärke der Demokratie als eine schallende Ohrfeige von diesem Volk vollends erfahren. Das Volk, das seinen Präsidenten in freien demokratischen Wahlen mit 73% Stimmenmehrheit gewählt hatte, stand nun hundertprozentig hinter ihrem Präsidenten und gegen den Usurpator Putin! Derartige Anerkennung ist für jeden demokratischen Politiker zu beneiden und für jeden Diktator nie zu erfahren!

Der russische Bevölkerungsanteil der Ukraine wollte nicht mehr Putins Spielball und der Verräter seiner ukrainischen Heimat sein, wie Putin ihm es 2014 aufgezwungen hatte. Damals, als eine Bande von Putins „Grünmännchen“ die in Simferopol kasernierte Einheit von Fallschirmjägern, die eigentlich zu den Eliteeinheiten in jeder Armee zählen, allein durch wüste russische Beschimpfungen und Bedrohungen eingeschüchtert hatte, und die Krim dadurch in einem Handstreich eroberte. Es ist jedoch wahrscheinlicher, dass der Kommandant dieser Fallschirmjäger einfach gekauft worden war.

Diese „Russenbefreier“ und Krim-Eroberer setzten dann die angeblich von der russischen Mehrheit der Bevölkerung gewünschte und durch ein inszeniertes Referendum legitimierte Annexion der Krim durch. Die gleichen „Grünmännchen“ von Putin zettelten den Aufstand der angeblichen russischen Mehrheit der Bevölkerung vom Donbass an. Krieg, der in den letzten acht Jahren zu einem „Bürgerkrieg“ zwischen Putin und der Ukraine ausgewachsenen und zur Begründung des Putins heimtückischen Überfalls auf die ganze Ukraine geworden ist.

Der „Retter aller Russen und alles Russischen“ stärkte also das nationale Bewusstsein der ukrainischen Bevölkerung, die davor tatsächlich durch Russen sehr verdünnt war, durch seine „russische Karte“ dermaßen, dass alle Bürger unabhängig von ihrer Nationalität, sogar vor allem die Russen, zum Beginn seines Krieges zu reinen Ukrainern geworden sind.

Diese Veränderungen hatten auch die westliche Politik- und Militärstrategen wie alle Generale a.D. vor dem Krieg versehen oder als strategisch entscheidender Faktor in ihrer Analysen einfach ignoriert. Ihre Analysen waren auch sonst sträflich primitiv, weil sie die Apfelzahlen in der zweiten Spalte der Tabelle unten der Birnenzahlen in der dritten Spalte gegenüberstellten (meine Erklärung dazu unten). So rechneten sie keine Chance zum Überleben der Ukraine – dem David – aufgrund der überwältigenden Apfelzahlen beim Goliath-Russland aus. Somit sahen sie auch keinen Handlungsbedarf, z.B. Waffenlieferungen (vor allem Deutschland) für sich selbst. Den Analytikern standen offensichtlich vor Augen immer noch die blamablen Bilder aus Afghanistan von neulich sowie die nicht weniger blamablen Ereignisse von vor acht Jahre im Jahre 2014 in der Ukraine.

Auf diesem Untergangskonzept basierte auch die Kriegsberichterstattung in den ersten zwei Tagen: massive Luftangriffe auf strategische Ziele (Flugplätze mit Landebahnen als das Erste) in der Ukraine und Truppenbewegungen vom Norden (Belarus), vom Osten (Donbass) und vom Süden (Krim) in Richtung Kiew, Charkiw und Mariupol. Kein einziges Wort über Widerstand und Abwehrkraft der ukrainischen Armee, als ob es die Birnen rechts in der Tabelle gar nicht gäbe. Und schließlich kam in den Abendnachrichten die peinliche Spitze der Militäranalyse: „Kiew wird in dieser Nacht von russischen Kräften eingenommen!“

Ich rieb mir die Augen und konnte es nicht wahrhaben. Mir kamen sogleich auch unschöne Erinnerungen an die afghanische Armee vor knapp acht Monaten. Die Armee, die 20 Jahre lang von westlichen Ländern aufgestellt, mit modernen Waffen im Wert von Milliarden von Dollar ausgerüstet und ausgebildet wurde, um sich dann samt all diesen Waffen den Taliban kampflos zu ergeben. Die Situation in der Ukraine wäre aber eher mit dem Kampf der Afghanen für ihr Land gegen die UdSSR-Invasoren zu vergleichen! Und so war es auch.

Am nächsten Kriegstag rieben sich auch all die Analytiker und die Berichterstatter die Augen: Kiew stand noch! Doch alle blieben dabei: Dann fällt Kiew eben in der kommenden Nacht. Am 26. Februar stand Kiew trotz aller Vorhersagen immer noch!

Diese unglaubliche Tatsache löste einen politischen Erdrutsch in der westlichen und vor allem in der deutschen Politik aus! Die Entschlossenheit, die Tapferkeit und der Patriotismus der Ukrainer und ihrer Armee, mit denen sie ihren freigewählten Präsidenten und ihr freies Land verteidigten, löste auch Euphorie der ganzen Welt aus! Meine Euphorie natürlich auch! Auch wegen der neuen Haltung Deutschlands mit Waffenlieferungen, finanziellen und vielen anderen Hilfen!

„Totgesagte leben eben länger!“ – Will man hoffen. Es kann auch als die Rechtfertigung für Deutschland genutzt werden: „Mit unserem Totsagen der Ukraine meinten wir eigentlich: Lang lebe die Ukraine!“

Die Berichterstattung blieb aber für uns in Deutschland immer noch ziemlich spärlich und widersprüchlich, denn die meisten Kriegsreporter flüchteten angesichts solcher Vorhersagen schon am ersten Tag aus den Orten des Geschehens zur westlichen Grenzen der Ukraine und berichten seitdem von dort über die Flüchtlingsströme nach Westen, statt direkt von der Front, wie es sich den Kriegsreportern gehört.

So hat die anfängliche Euphorie bei mir allmählich in mein normales rationales Denken mit professionellen Analysen umgeschlagen, welche eine Menge von berechtigten Fragen hervorgebracht haben.

Erstens, warum das vierzig Millionen-Volk der Ukraine als der kleine David dargestellt wird?

Die Ukraine mit ihrem fruchtbarsten Boden, wo alles, was darin fällt, sofort sprießt und gedeihet, und mit ihrer starken und breitgefächerten Industrie in vielen Städten wie:

Kiew (Stahlindustrie, Maschinen- und Fahrzeug- und Flugzeugbau – Antonow mit 14.000 Beschäftigten, Chemie- und Solarindustrie, Energieerzeugung, optischen und feinmechanischer Gerätebau – das Arsenal-Werk),

Mariupol (Stahlindustrie, Maschinenbau),

Krywyj Rih (Schwerindustrie, Eisenerzabbau, Maschinenbau, Stahl und Chemieindustrie, Förderung von Uran),

Donbass (Stahlindustrie, Kohlebergbau),

Saporischschja (Metallurgie, Aluminium- und Chemieindustrie, Flugzeugmotoren-, Landmaschinen- und Kfz-Bau),

Krementschuk und Luzk (Fahrzeug-, Waggonbau),

Charkiw (Luft- und Raumfahrtindustrie),

Sumy (High-Teck-Geräte wie Elektronenmikroskope, Maschinen für chemische Industrie) war wirtschaftlich und militärisch die stärkste Republik der Ex-UdSSR. All diese Städte sind außerdem Uni-, Forschungs- und Entwicklungszentren, welche diese Industrien mit Grundlageforschungen, neuen technologischen Entwicklungen und Knowhows so gut bedienen, dass sich die Ukraine von Russland auf diesen Gebieten im letzten Jahrzehnt völlig emanzipiert hat.

Die Ukraine war nach dem Zerfall der UdSSR die drittstärkste Atommacht der Welt. Sie verzichtete aber freiwillig im Budapester Memorandum 1994 auf die Kernwaffen gegen die in dem Memorandum unterzeichneten Sicherheitsgarantien der USA, Großbritannien und Russland, die Souveränität der Ukraine und Integrität ihres Territoriums zu achten und zu schützen.

So meuchlerisch verachtet die Schutzmacht der Ukraine, Russland, seit 2014 seine eigenen Verpflichtungen noch mehr als die internationalen Gesetze. Die militärische Eskapaden Putins gegen die Ukraine wären ohne das Budapester Memorandum heute gar nicht möglich! Ein für den Straßenköter wie Putin – der Anführer einer Straßenbande in Leningrad – typisches Verhalten, den Schwächeren für die durch seinen Minderwertigkeitskomplex verursachten Machtdemonstrationen zu wählen und vor dem Stärkeren seinen Schwanz einzuziehen. So ein primitiver Politiker versteht nur die Argumente meines geliebten Schauspielers Bud Spenser – auf die Mütze drauf hauen! – und kann nur so gestoppt werden!

Zweitens, warum nach acht Jahren kleinen Krieges und intensiver Modernisierung ihrer Armee auch mit Hilfe eigener starken Industrie, mit militärischen Milliarden-Hilfen der USA und wirtschaftlichen Milliarden-Hilfe der EU hat man das Gefühl, dass der Putins Krieg die Ukraine mit heruntergelassener Hosen erwischt hat.

Wenn man die alten sowjetischen Panzer in der Putins angreifenden Armee sieht, denkt man gleich an die Korruption in Russland, wo die Hälfte aller Investitionen in die korrupten Strukturen und in die Taschen von Oligarchen „privatisiert“ werden. Diese Modernisierung wurde der Putins Prahlerei nach in den letzten 10 Jahren durch Milliarden-Investitionen durchgeführt. Diese wurde auch von EU-Ländern mit totaler Hingabe technisch unterstützt – erinnern wir uns nur an erbostes Frankreich, das seinen für Russland gebauter Flugzeugträger nach den Sanktionen von 2014 gegen Russland nicht mehr ausliefern durfte!

Woran soll man denken, wenn man die ukrainische Armee mit der heruntergelassenen Hose sieht? Gehört ein korruptes Land in die EU, wo wir bereits genug davon haben? Kann das Fegefeuer des Krieges und Patriotismus des Volkes die Korruption ausrotten?

Warum wurden die strategisch wichtigen Objekte wie Flugplätze nicht durch Flug- und Raketenabwehrsystemen wie „PATRIOT“ geschützt und die ukrainischen Soldaten für diese Systeme nicht mal ausgebildet?

Putins Krieg begann nicht nur zeitlich wie Hitlers Krieg 1941, sondern auch strategisch mit Bombardierung von Flugplätzen und Eisenbahnknoten. Der einzige Unterschied bestand darin, dass Putins Krieg nicht unerwartet kam und man sich auf den gut vorbereiten konnte.

Die richtige Analyse der Tabelle ergibt ein ganz anderes Bild von Stärkeverhältnissen: Die Zahlen in der zweiten Spalte zeigen die Gesamtzahl des russischen Militärs, die durch ganzes Russland verteilt sind, während die Zahlen in der dritten Spalte die militärische Stärke der ukrainischen Armee zeigen, die vor Ort in kriegerischen Handlungen in der ganzen Ukraine sind. Die Stärke der russischen Armee wurde noch vor dem Angriff bekanntgegeben: 100 Tsd. Soldaten im Osten (Donbass), 50 Tsd. im Norden (Belarus) und etwa 50 Tsd. im Süden (Krim). Rechnet man diese Zahlen zusammen, kriegt man die vergleichbaren Zahlen (Birnen statt Äpfel gegenüber den Birnen), die ich in runden Klammern zu der Tabelle hinzugefügt habe.

Da die Truppenstärke beinhaltet sinn- und strukturgemäß eine proportionale Zusammenhang mit Anzahl von Waffengattungen, habe ich die Zahlen für Waffen ebenfalls mit dem Faktor etwa 0.2 (etwa ein Fünftel) umgerechnet, der sich aus dem Verhältnis der aktiven (ohne Reserve) im Krieg beteiligten russischen Soldaten von 150 Tsd. zur der Gesamtzahl von 850 Tsd. ergibt.

Tabelle<
Militärstärke Russland insgesamt (im Kampfgebiet)) / Ukraine

Bodentruppen:
Militärisches Personal insgesamt 1.350.000 500.000
davon:
aktive Soldaten 850.000 (150.000) 200.000
Reserve 250.000 (0) 250.000
Paramilitärische Einheiten 250.000 (50.000?) 50.000
Militärtechnik:
Kampfpanzer 12.420 (2.100) 2.596
gepanzerte Fahrzeuge 30.122 (5.000) 12.303
selbstfahrende Artillerie 6.574 (1.100) 1.067
geschleppte Artillerie 7.571 (1.300) 2.040
selbstfahrende Raketenwerfer 3.391 (600) 490
Luftstreitkräfte:
Luftwaffe insgesamt 4.173 (700) 318
davon:
Jagdflugzeuge/ Abfangjäger 772 (130) 69
Flugzeuge für Bodenangriffe 739 (120) 29
Hubschrauber insgesamt 1.543 (260) 112

Die resultierenden Zahlen zeigen eine dreifache Überlegenheit nur in Flugzeugen, Hubschraubern und selbstfahrenden Raketenwerfern auf der russischen Seite, gegenüber der dreifache Überlegenheit der ukrainischen Soldaten 450 Tsd. mit den bereits am ersten Tag mobilisierten Reservisten, ohne die mittlerweile auf 20 Tsd. gestiegene Anzahl von Fremdenlegionäre (internationale freiwillige Kämpfer), und einfache Überlegenheit in Kampfpanzern und gepanzerte Fahrzeuge.

Am 15. März verkündete der Präsident Selenskyj allerdings die zehnfache Überlegenheit der russischen Seite an Soldaten und an Kampfpanzern! Da müssen wohl bereits über 4 Mio. russischen Soldaten und 25 Tsd. Panzern von irgendwo in Russland in den Kampf gezogen haben! Oder die ukrainische Armee hat sich auf einmal in Nichts aufgelöst und 20. Tsd. Fremdlegionäre gegen 200 Tsd. (1:10) allein gelassen.

Selenskyj geniest Sympathie, Vertrauen und bedingungslose Unterstützung der EU und fast der ganzen Welt! Er weiß es auch und muss mit solchen offensichtlich in seiner emotionalen Rage erfundenen Übertreibungen nicht noch mehr auf die Gemütslage der Unterstützer wirken, sonst verliert er (nicht das mutige ukrainische Volk!) noch unsere Sympathie und unser Vertrauen.

Die westlichen Partner stellten der Ukraine 1,5 Milliarden US-Dollar an militärischer Hilfe zur Verfügung. Die USA und Großbritannien lieferten seit 2019 und liefern auch jetzt noch Hunderte von Panzerabwehrraketen und Stinger-Flugabwehrraketen aus. Auch die baltischen Republiken schicken an die Ukraine die US-Stinger-Raketen. Deutschland lieferte nach seiner politischen Kehrtwende an die Ukraine 1000 Panzerabwehrwaffen, 500 Stringer-Raketen und 2.700 veralteten „Strela (Pfeil)“- Boden-Luft-Raketen sowjetischer Produktion aus den DDR-Waffenbeständen.

Bei all diesen Zahlen und den Treffquoten von 80% sollen eigentlich alle Kampfflugzeuge und Hubschrauber (ca. 500, Tabelle), alle russischen Kampfpanzer und gepanzerten Fahrzeuge (ca. 7.000, Tabelle) schon längst abgeschossen werden! Doch Selenskyj behauptete am 15. März, dass die ganzen Lieferungen der letzten Wochen in 20 Stunden verschossen werden und verlangt also noch mehr und noch schnelle zu liefern! Wohin werden sie denn verschossen?

Warum müssen diese Lieferungen jetzt auf gefährlichen Kriegswegen und nicht davor, in 8 Jahren des Putins latenten Kriegs in Donbass geliefert werden?

Warum verlangt Selenskyj nach Kampfjet? Wo sollen diese denn landen, wenn alle Flugplätze bereits zerbombt worden sind?

Warum will Selenskyj von der NATO die Flugverbotszone, wenn die ganze russische Luftwaffe allein durch Stinger-Raketen wie im Afghanistan in Schach gehalten bzw. vom Himmel herunter geholt werden kann?

Wo ist die ganze oben aufgelistete starke ukrainische Industrie, wenn sogar die Munition für Gewehre und Kanonen aus Polen geliefert werden müssen?

Haben wir den Krieg in 75 Friedensjahren verlernt, wo die Männer an der Front kämpfen und der Rest – Frauen, und Männer unter 18 und über 60 – an der Heimatfront die Munition und alles Nötige tags und nachts für die Front produzieren?

Wo die Berliner und die anderen Stadteinwohner Deutschlands unter den alliierten Bomben die Kälte und Hunger ertragen mussten, ohne bei Feinden um Gas und Erdöl zu betteln?

Will Selenskyj mit seinen übertriebenen Anforderungen an die NATO uns wirklich in den Atomkrieg hineinziehen?

Vielleicht sollte die NATO den Putins Atomschlagandrohungen zuvorkommen und diese nicht dem angeblichen Draufgänger überlassen, welche die allmächtige NATO so eingeschüchtert hat, dass es mir mittlerweile persönlich peinlich ist?

Vernimmt der Bandit-Putin dieses Zurückhalten als eine Einladung zu weiteren Bedrohungen und Expansionsangriffen, sodass wir dadurch eher in einen Atomkrieg münden?

Meine wissenschaftlich-professionelle Analyse der absurden Situation hat mir gar nicht geholfen, diese besser zu verstehen und am Ende noch mehr Fragen und Zweifeln produziert, als ich zur Zeit meiner Euphorie hatte.

Ich kann jetzt sogar daran glauben, dass der David den Goliath mit seinen Stein- und Raketenwerfern erwischt und noch einmal besiegt!

Das dreifache: Lang lebe Ukraine!

Ich habe mir mit diesem Artikel viel Zeit genommen und heimlich gehofft, dass dieser am Ende wegen des Kriegsendes und des Friedens überflüssig wird! Auch diese unerfüllte Hoffnung war eigentlich absurd und abstrus für einen Autor, der immer etwas bewirken wollen soll...

P.S.:

Während ich schrieb, entwickelten sich hierzulande Anfeindungen gegen alles Russischen. Meine Meinung dazu habe ich noch im Jahre 1990 gebildet. Als ich auf einem langen Wege aus Sibirien und nach einem langen und abweisenden Aufnahmeverfahren als Deutsche nach Deutschland kam und hier eine multinationale Menge von Einwanderer vorfand, die es viel leichter hatten und bereits seit langem hier waren, gab es mir ein Grund zum Nachgrübeln. Schließlich kam ich auf die patriotisch-philosophische Formel: „Es ist mir egal, wer welche Nationalität, Hautfarbe, Religion und sonstiges hat. Wichtig ist nur, wie sie zu Deutschland stehen. Stehen sie im Fall der Fälle wie Krieg auf meiner Seite, sind sie meine deutschen Kameraden. Stehen sie mir gegenüber, auf der anderen Seite, sind sie meine Feinde!“

Nun sind wir im Krieg und meine Formel hat jetzt ihre Gültigkeit erlangt. Es ist egal, ob es die Russen oder noch mehr die Ostdeutschen sind, halten sie das Putins Böse für das Gute, sind sie unsere Feinde, die unserem Humanismus, unserer Aufklärung und unserem Verständnis der Demokratie und Freiheit feindselig gegenüber stehen. Dabei sind sie schlimmer als die Mehrheit der Russen in Russland, die – kaum aus dem sowjetischen Verblödungssystem – nun der Putin Gehirnwäsche unterzogen sind. Falls die hier lebenden und Informationsfreiheit genießenden Menschen – egal ein Dirigent oder eine Putzfrau, Russen oder Deutschen – auch Putins Liebhaber sind, sind sie unsere Feinde aus Überzeugung in ihrem ohne Gehirnwäsche kranken Kopf, dürfen sie nach dem internationalen Kriegsrecht jedenfalls für die Zeit des Krieges isoliert-interniert werden.

Dann besteht allerdings die Gefahr, dass Putins „Grünmännchen nach Berlin kommen, um die russische Patrioten zu befreien. Ob wir dann imstande sind, uns genauso tapfer zu wehren, wie tapfer wir jetzt die russisch-orthodoxen Kirchen angreifen? Die Kirchen, in denen die orthodoxen ukrainischen Flüchtlingsfrauen nun Zuflucht und Trost suchen...




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